Jesus ist mein -
Konfirmation in Coswig (Anhalt)

Tradition verpflichtet, dachten sich die Coswiger vielleicht und boten den acht Konfirmanden einen ganz besonderen Gottesdienst der allen Anwesenden sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

Schon lange vor Gottesdienstbeginn waren die meisten Plätze der historischen Kirche besetzt, so dass sogar die Stühle aus dem Ämterzimmer geholt werden mussten und die Amtsträger dort nur noch einen Stehplatz hatten, so erzählte es Apostel Jens Korbien, der diese Feststunde leitete.

Zu Beginn seiner Predigt ging der Apostel auf das gesungene Eingangslied ein: „Seliges Wissen, Jesus ist mein“ und stellte diese Aussage als einen Kernsatz für die Konfirmanden auf. Demnach ist es nicht wichtig, die Glaubensartikel wörtlich zitieren zu können, sondern zu wissen: „Jesus ist mein!“ „Ihm gilt es treu zu dienen“ so der Apostel weiter, das bringe im Leben einen nachhaltigen Reichtum.

Vom Guten leiten lassen

Bezugnehmend auf das Bibelwort aus Lukas 6,45

„Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

stellte Jens Korbien klar, dass es grundsätzlich keine schlechten Menschen gebe, sondern Menschen, die vom Schlechten beherrscht werden. Die Einstellung der Konfirmanden solle sein, sich vom Guten leiten zu lassen und das Böse zu meiden, wie sie es im  Konfirmationsgelübde versprechen. Dazu braucht es Gottvertrauen, dass er als Helfer zur Seite steht und auch seine Verheißungen erfüllt.

Und was bedeutet das ganz konkret, gut sein? Sich dem Nächsten zuzuwenden und den Mut haben zu dienen. Von Jesus Christus und dem Evangelium zu erzählen. In seiner Umgebung Frieden stiften und reagieren, wenn sich das Gewissen meldet. Wer sich so für Christus einsetzt, sich in Gottes Hände fallen lassen kann und dem Herrn vertraut, erreicht eine innere Gelassenheit.

Zum Ende seiner Ausführungen stellt der Apostel die Gemeinde als einen großen Schatz der Konfirmanden in den Mittelpunkt. "Dort sind viele Geschwister, die für euch da sind, die hinter euch stehen", so der Apostel, "vernachlässigt diesen Schatz nicht".

Bezirksältester Klaus Koselack ergänzte die Gedanken des Apostels und verwies darauf, dass man voller Begeisterung von dem erzählt, was in einem lebt, was einen beherrscht. Mit Jesus Christus im Herzen werde man zum Verkündiger des Guten.

Die acht Konfirmanden

Mit warmen Worten begrüßte der Apostel die acht Konfirmanden, von denen sieben aus der Gemeinde Coswig und einer aus der Nachbargemeinde Gräfenhainichen kommen, vor dem Altar.

Es war für die Anwesenden ein bewegender Moment, als die jungen Christen dem Herrn ihr Versprechen gaben ihm treu zu sein.

Im Anschluss an der Segensspendung gratulierten auch der Bezirksjugendleiter und die beiden Gemeindevorsteher den nun Jugendlichen. Ein paar gemeinsame Fotos schlossen diesen besonderen Moment ab.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahles und des Segenszuspruchs an die Gemeinde endete der Gottesdienst, der auch in schöner musikalischen Weise vom Organisten, Kinder- und Gemeindechor sowie weiteren Instrumentalisten umrahmt wurde.

Freude im Nachklang

Den Konfirmanden war im Nachhinein das Abfallen der Anspannung und die Freude über das Erlebte anzusehen. Aber auch unter den sich verabschiedenden Besuchern klangen viele Worte des Lobes. Ein älterer Glaubensbruder bescheinigte, dass er sich nicht erinnern könne, wann es das letzte mal in Coswig acht Konfirmanden gegeben hätte. Einem weiteren Bruder gefiel die Atmosphäre während des Gottesdienstes in der vollen Kirche. Eine Glaubensschwester der Gemeinde lobte die schöne musikalische Umrahmung und eine dritte ältere Besucherin bescheinigte schmunzelnd, dass es mit acht Konfirmanden aber für die Gemeindemitglieder auch eine teure Konfirmation gewesen wäre.

Das Erlebte war vielfältig, die Worte und diese Eindrücke bleiben. Mögen die jungen Christen auch daraus ihre Kraft ziehen können und ihren Platz in der Kirche Christi finden.