500 Jahre Reformation:
Oratorium "Paulus" in Dessau aufgeführt

Am Reformationstag, 500 Jahre nach Beginn der Reformation erklang das Oratorium "Paulus" (Felix Mendelssohn Bartholdy) in der Dessauer Johanniskirche.

In der vollbesetzten Kirche feierten ca. 500 Besucherinnen und Besucher das Reformationsjubiläum. Der Chor der neuapostolischen Gemeinde und der in diesem Jahr 100 Jahre bestehende Lutherchor Dessau bereiteten gemeinsam mit Solisten und der Anhaltischen Philharmonie die Aufführung des Oratoriums vor. Unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Matthias Pfund (Dessau) trugen etwa 80 Sängerinnen und Sänger begeistert die Texte um das Geschehen der frühen Christen Stephanus und Paulus vor. Die Aufführung des "Paulus" hat bereits Tradition in Dessau. So erklang das Oratorium bereits vor 100 Jahren zum Reformationsfest an gleicher Stelle.

Mit Paulus stellte Mendelssohn in seiner Zeit erstmals einen Apostel ins Zentrum eines so großen musikalischen Werkes. Auch kommen evangelische Choräle vor, die in einem außerkirchlichen Oratorium eigentlich äußert ungewöhnlich waren. Der letzte davon ist Luthers Glaubenslied "Wir glauben all an einen Gott". "Paulus", der für Protestanten wichtigste Apostel, sollte Mendelssohns dezidiertes Bekenntnis zum evangelischen Glauben vor aller Welt deutlich machen.

Im "Ursprungsland" der Reformation, ganz in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, konnte so das Jubiläum im ökumenischen Geist gefeiert werden. Auch der Bezug zwischen Felix Mendelssohn Bartholdy und der Stadt Dessau ist schnell hergestellt: Felix ist ein Enkel des Dessauer Philosophen Moses Mendelssohn. Beim Libretto des "Paulus" hatte Mendelssohn Hilfe von seinem Theologenfreund Julius Schubring, Pfarrer in Dessau.

[Videobericht zur Aufführung (RAN1)]